Jubiläumsspendenprojekt: Neubau Kinderzentrum Bethel
 
Spenden
Suchen
03.08.2016

Architektenwettbewerb gestartet


Zukunftsmusik: So könnte das neue Kinderzentrum Bethel 2022 aussehen. Die weitläufige Grundfläche am Grenzweg ermöglicht eine großzügige Raumplanung.

Das Kinderzentrum Bethel, eines der größten Kinderkrankenhäuser Deutschlands, wird neu gebaut. Jetzt fiel der Startschuss für den Architektenwettbewerb. Ende Januar 2017 entscheidet ein Komitee über das beste eingereichte Baukonzept. Entstehen soll ein hochmodernes Kinderkrankenhaus. Rund 60 Millionen Euro sollen für die neue Leuchtturmklinik der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel investiert werden.

Jetzt geht es los: Die Neubauplanungen für das Kinderzentrum Bethel nehmen konkrete Formen an. 11 Architektenbüros arbeiten derzeit auf Hochtouren, um Ende Januar ihre Modelle vorzustellen. Neun Preisrichter prämieren das Beste. Sie werden dabei beraten von Architekturbüros unter anderem aus München, Berlin und Aachen und von Vertretern der Stadt. Auch Dr. Eckhard von Hirschhausen konnte für das Beratergremium gewonnen werden. Der Kinderarzt, Kabarett und Fernsehmoderator ist Schirmherr der Stiftung „Humor hilft Heilen“, einer bundesweiten Initiative, die mit ihren Klinikclowns insbesondere Kinderkrankenhäuser unterstützt.

Baufläche: Aus alt wird neu

Ein umfangreicher und detaillierter Raum- und Funktionsplan, der gemeinsam mit Vertretern der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, der Klinik für Kinderchirurgie und der Abteilung für Kinderradiologie erarbeitet wurde, stellt die Grundlage für die Auswahl des Baulandes. Geschäftsführer Dr. Norden weiter: „Wir wollen eine kind- und familiengerechte Leuchtturmklinik mit Strahlkraft bauen“. Aus diesem Grunde habe man auf Basis des neuen Raum- und Funktionsplanes die Brille noch einmal neu aufgesetzt und nach einer geeigneten Baufläche gesucht, die dem umfangreichen Raumkonzept gerecht werde.

„Ursprünglich war ein Anbau an das Haus Gilead I geplant. Jetzt haben wir eine Raumplanung vorliegen, mit der wir ein Kinderzentrum bauen können, das die gesamte Behandlung und Diagnostik unter einem Dach bündelt“, erläutert Geschäftsführer Dr. Rainer Norden, die wichtigen und für den Architektenwettbewerb ausschlaggebenden Vorarbeiten. Aktuell gibt es lange Wege zwischen den beiden Häusern I und II sowie zur Radiologie (CT und MRT) im Haus Gilead I. Die Architektur und Raumanordnung sowie Ausstattung stammen aus dem Jahr 1969. So waren z. B. Übernachtungsmöglichkeiten für Eltern damals nicht vorgesehen.

Für die Früh- und Neugeborenenintensivmedizin ändert sich nichts: Sie wird weiterhin Wand an Wand zum Kreißsaal der Geburtshilfe im Haus Gilead I bleiben. Kreißsaal, Operationsbereich und Intensivstation müssen örtlich unmittelbar zusammenliegen, um die Voraussetzungen für ein Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) zu erfüllen.

Das neue Kinderzentrum Bethel wird seinen Platz am aktuellen Standort finden. Er erwies sich mit Blick auf die genannten Kriterien als bester Standort. Dort ist ausreichend Grundfläche für das neue Raum- und Funktionskonzept und noch dazu genügend Raum für schöne Außenanlagen.

Mit Blick auf eine mögliche Erweiterung des medizinischen Leistungsspektrums um eine Kinder- und Jugendpsychiatrie, die das Land NRW Bethel in Aussicht gestellt hat, ergebens ich dort sogar bauliche Erweiterungsmöglichkeiten in Richtung Richard-Wilmanns-Weg und Bethesdaweg. Das neue Gebäude entsteht auf dem Gelände von Haus I (Grenzweg 10) inklusive des Verbindungsgangs zum Haus II (Grenzweg 14). Das Haus II bleibt während der Neubauphase erhalten. Die dort untergebrachten Stationen und Ambulanzen ziehen nach Bauende mit in das neue Kinderzentrum. 

Die Grundstücke, die ursprünglich zur Disposition standen, erwiesen sich allesamt als zu klein für die neue Klinik. „Es gab auch Angebote, das Kinderkrankenhaus außerhalb unserer Ortschaft zu bauen. Diese Lösung stand für uns niemals zur Debatte. Unser neues Kinderkrankenhaus gehört nach Bethel und zwar in die unmittelbare Nähe des Hauses Gilead I. Das war bei den topografischen Gegebenheiten des Kantensiektals eine Herausforderung, die wir bewältigen mussten“, so der Geschäftsführer, der zugleich Mitglied im Vorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel ist. Geprüft wurden das Grundstück des Parkhauses Gilead, die Fläche rund um den „alten“ Hubschrauberlandeplatz sowie das Waldgrundstück am Westflügel des Hauses Gilead I. Abgesehen von der unzureichenden Größe, hätte das neue Kinderkrankenhaus auf den Flächen des Parkhauses und des „alten“ Hubschrauberlandeplatzes direkt an dem viel befahrenen Kantensiek gelegen. Berücksichtigt wurde bei der Wahl des Bauplatzes außerdem die langfristig notwendigen Erweiterungsbauten am Haus Gilead I.

Zeitplanung

Das neue Gebäude des Kinderzentrums Bethel soll nach aktueller Planung im Sommer 2022 eingeweiht werden. Baustart wäre der Herbst 2019. Es bleiben noch gut zwei Jahre für die Vorarbeiten: Nach Abschluss des Architektenwettbewerbs Anfang des nächsten Jahres bleibt dem Gewinner bis zum Sommer Zeit für die detaillierte Entwurfsplanung des Kinderkrankenhauses. Im Juli 2017 werden dann die Bauanträge bei der Stadt Bielefeld eingereicht. Die Prüfung der Pläne dauert erfahrungsgemäß zwischen sechs und acht Monate; die Ausschreibung der Gewerke inklusive Auswahl der Unternehmen laufen parallel und enden Ende 2018.

Ein halbes Jahr später, im Sommer 2019 beginnen die Abrissarbeiten des Hauses I inklusive Verbindungsgang. Die in diesem Bereich liegenden Kliniken und Abteilungen(Notaufnahme, Intensivstationen des Kinderzentrum, die Stationen der Klinik für Kinderchirurgie) ziehen während der Bauphase in den Südostflügel des Hauses Gilead I. Dieser befindet sich aktuell im Bau; die Arbeiten an dem neuen Trakt laufen auf Hochtouren, um mit den Baustart des Kinderzentrums pünktlich beginnen zu können. Nach ursprünglicher Planung wäre bis 2022 sukzessive der Innenausbau für die Gilead- I-Kliniken erfolgt. Um die Kinderstationen während der Bauphase in adäquaten Räumlichkeiten unterbringen zu können, wird nun der Innenausbau des neuen Südostflügels vorgezogen. Der kinderchirurgische OP und die Kinderradiologie werden in weiteren Räumlichkeiten des Hauses Gilead I untergebracht.

Krankenversorgung während der Bauphase: Alternativlose Lösung

„Wir wollen die Fertigstellung des Südostflügels abwarten. Die dargestellte Übergangslösung ist alternativlos. Ein Neubau in mehreren Abschnitten würde noch mehr Zeit in Anspruch nehmen“, erklärt Jörg Buchloh, der als kaufmännischer Direktor den Architektenwettbewerb und den Zeitplan erstellt hat. „Wir modernisieren das Haus Gilead I bereits seit Jahren fortlaufend. Dazu gehört auch der neue Anbau. Mit ihm haben wir den einmaligen Vorteil, die Kinderstationen für die drei Jahre in neuen Räumlichkeiten unterzubringen. „Wir haben wahlweise eine Unterbringung der Bereiche in Containern geprüft. Benötigt hätte man eine Fläche von 2.500 Quadratmetern. Bei dieser Variante hätten knapp fünf Millionen investiert werden müssen“, so Buchloh weiter.

Eines liegt auf der Hand: „Auf die Klinikteams des Hauses Gilead I und des Kinderzentrums kommen Veränderungen zu“, wägt Norden ab. Ab September werden in Arbeitsgruppen Konzepte unter anderem für die Zusammenarbeit in der Notaufnahme, im OP und der Radiologie erarbeitet. „Wir müssen für diese Zeit zusammenrücken und uns gegenseitig unterstützen. Ich bin mir sicher: Unsere Mitarbeiter schaffen das und halten zusammen“.


© 2020 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel - Abt. Spenden